Wenn ein ERP-Projekt fehlschlägt, ist in der Regel mindestens einer der folgenden vier Faktoren ausschlaggebend:
- Zu wenig Support vom Management
- Zu viel Customization
- Fehlende Anforderungsanalyse
- Schlechte Datenqualität
1. Management-Support
Ein ERP-System ist in erster Linie eine Management-Software. Es muss den Anforderungen vieler Stakeholder gerecht werden – von Entscheidungsträgern, die Berichte erstellen, bis hin zu Buchhaltern, die automatisierte Lohnzahlungen durchführen möchten.
Ein ERP-System durchdringt die gesamte Organisation, und die Anforderungen der verschiedenen Stakeholder können widersprüchlich und komplex sein. Daher ist es entscheidend, dass das Projekt zielgerichtet und mit Management-Unterstützung umgesetzt wird. Widerstände und technische oder organisatorische Herausforderungen sind unvermeidlich. Ohne die Führung des Managements kann eine ganzheitliche Umsetzung im Unternehmen nicht gelingen.
2. Customization
Soll die Software an die Geschäftsprozesse angepasst werden oder umgekehrt? Oftmals sind die Prozesse eines Unternehmens das Differenzierungsmerkmal, weshalb sie eng mit der Unternehmenskultur und den Mitarbeitern verflochten sind und daher schwer zu ändern.
Gleichzeitig gibt es auch technische Limitierungen bei ERP-Systemen. Während Customization möglich ist, steigen die Kosten für Anpassungen ab einem bestimmten Punkt exponentiell an. Es ist wichtig, diese Grenzen zu erkennen und bei der Definition von Anpassungen zu berücksichtigen.
3. Anforderungsanalyse
Fragt man die Anwender eines ERP-Systems nach ihren Anforderungen, erhält man oft unterschiedliche Antworten. Um den verschiedenen Ansprüchen gerecht zu werden, müssen die Stakeholder-Anforderungen systematisch erfasst und gewichtet werden. Hier kommt das Requirements Engineering ins Spiel. Diese Methodik ermöglicht es, im Vorfeld des Projekts die Anforderungen an das ERP-System zu ermitteln und zu strukturieren. Eine saubere Anforderungsanalyse ist die Grundlage für ein erfolgreiches ERP-Projekt.
4. Datenqualität
Nur wenige Unternehmen beginnen mit einem neuen ERP-System bei Null. Oftmals liegen bereits Daten in verschiedenen Systemen vor – von Kundenkontakten über Lieferadressen bis hin zu Produktdefinitionen. Diese Daten müssen zusammengeführt und in das ERP-System importiert werden.
Die Datenqualität spielt dabei eine entscheidende Rolle. Duplikate oder fehlende Attribute in den Quelldaten können die Funktionalität des ERP-Systems erheblich beeinträchtigen. Die Verbesserung der Datenqualität ist kein einfacher Schritt, sondern ein stetiger Prozess, der viel Zeit und Sorgfalt erfordert.
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